– Wir werden eine Zeit lang bei dir wohnen, weil wir kein Geld haben, um eine eigene Wohnung zu mieten! – Ein Freund von mir hat mir das erzählt.

Ich bin eine sehr aktive Frau. Obwohl ich 65 Jahre alt bin, schaffe ich es, verschiedene Orte zu besuchen und sehr interessante Menschen zu treffen. Ich erinnere mich mit Freude und Wehmut an die Zeiten der Sowjetunion. Damals konnte man seinen Urlaub verbringen, wo man wollte! Man konnte ans Meer fahren. Man konnte mit Freunden und Kollegen campen gehen. Man konnte eine Kreuzfahrt auf einem beliebigen Fluss machen. Und all das konnte man für wenig Geld machen.

Aber das ist jetzt alles Vergangenheit. Aber ich habe es immer sehr genossen, andere Menschen zu treffen. Ich habe es immer geschafft, meine Zimmerkollegen zu treffen. Ich habe Leute am Strand getroffen, ich habe sogar Leute im Theater getroffen. Mit vielen meiner Bekannten war ich danach jahrelang befreundet.

Und dann lernte ich eines Tages eine Frau namens Susan kennen. Wir machten zusammen Urlaub in der gleichen Pension. Wir trennten uns als Freunde. Es vergingen einige Jahre. Wir schrieben uns manchmal Briefe und gratulierten uns gegenseitig zum Urlaub. Und dann bekam ich eines Tages ein Telegramm. Es war nicht unterschrieben. Darin stand nur: “Um drei Uhr morgens kommt ein Zug. Triff mich!”

Ich verstand nicht, wer uns ein solches Telegramm geschickt haben könnte. Natürlich sind mein Mann und ich nirgendwo hingegangen. Aber um vier Uhr morgens klingelte jemand an unserer Tür. Ich öffnete die Tür und war wie betäubt vor Staunen. Vor der Tür standen Susan, zwei Mädchen im Teenageralter, eine Großmutter und ein Mann. Sie hatten einen riesigen Stapel von Sachen dabei. Mein Mann und ich waren wie betäubt vor Staunen. Aber dann ließen wir die ungebetenen Gäste in die Wohnung. Und Susan fragte mich:

– “Warum hast du uns nicht abgeholt? Ich habe euch ein Telegramm geschickt! Und das kostet übrigens Geld!
– Es tut mir leid, aber wir haben einfach nicht verstanden, wer es geschickt hat!
– Nun, du hast mir deine Adresse gegeben. Hier bin ich nun.
– Aber ich dachte, wir würden uns Briefe schreiben, das ist alles!

Dann erzählte mir Susan, dass eines der Mädchen dieses Jahr seinen Abschluss gemacht und beschlossen hatte, an die Universität zu gehen. Und der Rest der Familie ist gekommen, um sie zu unterstützen.

– Und wir werden bei euch wohnen! Wir haben kein Geld, um hier eine Wohnung zu mieten! Und du wohnst nicht weit von der Metro entfernt!

Ich war schockiert. Wir sind nicht einmal verwandt. Warum mussten wir sie bei uns wohnen lassen? Wir mussten unsere Gäste dreimal am Tag füttern. Sie brachten zwar etwas zu essen mit, aber sie haben nichts selbst gekocht. Aber sie haben auch nichts selbst gekocht. Sie haben nur gegessen und sind herumgelaufen. Und ich musste sie alle bedienen.

Ich hielt es nicht mehr aus und bat Susan und alle ihre Verwandten nach drei Tagen, auszuziehen. Es war mir egal, wohin. Ein schrecklicher Skandal brach aus. Susan begann, Geschirr zu zerbrechen und hysterisch zu schreien.

Ich war einfach schockiert über ihr Verhalten. Dann kamen Susan und ihre Schwiegereltern zusammen. Sie nahmen alle Hotels mit, die sie uns gebracht hatten, und sagten, wir hätten sie nicht verdient, wir seien sehr undankbar. Es gelang ihnen, meinen Bademantel und einige Handtücher zu stehlen, und irgendwie haben sie mir sogar einen großen Topf mit gefülltem Kohl gestohlen. Wie sie es geschafft haben, ihn herauszuholen, weiß ich einfach nicht. Aber der Topf ist einfach verdampft!

Und so endete meine Freundschaft mit Susan. Gott sei Dank! Ich habe nie wieder von ihr gehört oder sie gesehen. Aber man darf nicht so dreist und unverschämt sein!!! Ich bin jetzt viel vorsichtiger, wenn ich andere Leute treffe.

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