– Wir brauchen wirklich Ihre Hilfe! Sie müssen uns einfach helfen! – Meine Schwiegermutter hat es mir gesagt.

“Was ist hier eigentlich los? – dachte ich und kroch widerwillig unter dem warmen Plaid hervor.

Es war Samstag. Mein Mann war zu seiner Mutter gefahren, um ihr zu helfen. Sie war nicht in der Lage, ihren Kühlschrank selbst abzutauen. Artyom kam sehr schnell zurück. Das hat mich sofort alarmiert.

– Wo seid ihr denn? Lisa! Komm und hol die Gäste! – Ich hörte die Stimme meiner Schwiegermutter durch meinen Schlaf hindurch.
“Was macht sie denn hier?” – dachte ich und kroch nur widerwillig unter der Decke hervor.
Es stellte sich heraus, dass die Schwiegermutter nicht der einzige Gast war. Die Neffen meines Mannes schauten hinter ihr hervor. Mein Mann schwieg und schaute mich sehr schuldbewusst an.

– Kommt durch! – befahl meine Schwiegermutter ihren Enkelkindern. – Und ihr geht und helft den Umzugshelfern! Die werden ja schließlich nach Stunden bezahlt! Lasst sie schnell alles ausladen und reinbringen!

Die Neffen fingen an, in der Wohnung herumzulaufen. Mein Mann ist gegangen. Und meine Schwiegermutter umarmt mich und sagt:
– “Lass uns gehen, Lizotschka! Wir müssen mit dir reden.

Ich war sehr verwirrt, nachdem ich so plötzlich aufgewacht war. Und ich verstand gar nichts: Warum tauchten die Neffen meines Mannes in unserer Wohnung auf, meine Schwiegermutter und einige Möbelpacker? Es gefiel mir nicht, was in meiner Wohnung vor sich ging. Meine Schwiegermutter setzte den Kessel auf und fragte mich:
– Willst du Tee oder Kaffee?
– Kaffee! – Ich antwortete mit Überraschung.

Meine Schwiegermutter verhielt sich sehr verdächtig. Normalerweise spricht sie überhaupt nicht mit mir. Und wenn doch, dann beleidigt und demütigt sie mich nur.
– Was willst du eigentlich? – fragte ich meine Schwiegermutter sofort.

Aber meine Schwiegermutter hatte keine Zeit zu antworten. Man hörte das Geräusch von zerbrechendem Glas. Meine Schwiegermutter und ich stürmten in das Zimmer. Meine Neffen standen bei der zerbrochenen Vase.
– Hört sofort auf! Macht den Fernseher an, setzt euch auf die Couch und schaut euch Zeichentrickfilme an! – sagte meine Schwiegermutter. – Habt ihr mich verstanden?
– Ja, Oma, wir haben verstanden! – und die Jungs rannten sofort ins andere Zimmer.

Meine Schwiegermutter wischte die Splitter weg, und dann gingen sie und ich in die Küche. Aber in dem Moment ging die Haustür auf.
– Und wo sollen wir das Bett hinstellen? – Jemand fragte.
– Da drüben”, sagte mein Mann.

Ich ging hinaus, um zu sehen, was da los war. Es war kein Bett im eigentlichen Sinne, sondern die Teile eines Kinderstockbettes, in dem die Kinder der Schwester meines Mannes schliefen, dieselben Neffen, die gerade meine Lieblingsvase zerbrochen hatten.

– Was um alles in der Welt ist hier los? – fragte ich.
– Mach dir keine Sorgen! Anechka liegt für ein oder zwei Monate im Krankenhaus. Und meine Mutter kommt mit Enkelkindern nicht zurecht. Also bleiben sie erst einmal bei uns!
– Und in welchem Krankenhaus ist Anya? Wird die Krankheit, die sie hat, nur in Thailand behandelt? – Ich habe gefragt.
– Und woher weißt du das? – Meine Schwiegermutter war erstaunt.

Ich nahm das Telefon und öffnete die Seite Anya. Ich zeigte Bilder von Anya, wie sie in einem Flugzeug fliegt. Dann, wo sie sich am Strand räkelt.
– In einem Krankenhaus? In so einem Krankenhaus würde ich auch liegen, und das nicht nur einmal im Jahr!
– Weißt du, Anya hat ihre Kinder verlassen. Sie hat sich einen Mann gesucht, ihre Sachen gepackt und ist gegangen.
Und warum lügst du mich an? – Ich war beleidigt.
– Aber wir hoffen, dass Anya zur Vernunft kommt und zurückkommt.
– Du nimmst die Kinder doch mit, oder? – sagte mein Mann.
– Wer denkt das? Und wie kommst du darauf, dass ich damit einverstanden wäre? Sie sind außer Kontrolle geraten! Sie werden meine ganze Wohnung verwüsten! Und wer soll das wieder gutmachen?
– Wir sind deine Familie und wir brauchen Hilfe! Du musst uns helfen! Du denkst nur an Geld! – Meine Schwiegermutter hat es mir gesagt.

– Seit wann gehöre ich zu deiner Familie? Du hast selbst gesagt, dass ich nichts bin, dass ich nichts bin. Was hat sich denn auf einmal geändert? Willst du meine Hilfe? Wenn du mich gefragt hättest, hätte ich vielleicht nicht nein gesagt. Aber du hast versucht zu lügen! Ich werde weder dir noch deiner Tochter helfen, die mich so viele Jahre lang gedemütigt hat! Nimm deine Enkelkinder, nimm dein Etagenbett und verschwinde sofort!
– Wie kannst du das tun? – Artjom sagte.
– Ich kann es! Das kann ich auf jeden Fall! Das ist die Wohnung meiner Eltern! Wer hier wohnen wird, und was überhaupt hier passiert, das entscheide nur ich! Hast du vergessen, wie viele Jahre deine Mutter und deine Schwester mich gedemütigt haben? Sie haben mich mit Schlamm beworfen! Weißt du noch, wie Anya ihren Kindern beigebracht hat, über mich zu schimpfen und darüber zu lachen? Nun, ihre Kinder werden niemals in meiner Wohnung leben! Sie haben eine Großmutter und sie haben auch einen Vater! Du hast 15 Minuten Zeit, um deine Kinder und ihre Sachen zu holen und für immer von hier zu verschwinden!

Mein Mann ist mit seiner Mutter und seinen Neffen gegangen. Er ist nie zu mir zurückgekommen. Er hat mir nur eine SMS geschickt, in der er sagte, dass ich eine große Enttäuschung für ihn sei. Und ich bin froh, dass er weggegangen ist und nicht wiedergekommen ist. Ich will überhaupt nichts mehr mit ihm oder seiner Familie zu tun haben!

 

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