“Was sollen wir tun, denn meine Tochter ist schwanger!”

– Wenn unbekannte Nummern anrufen, gehe ich in der Regel nicht ans Telefon”, sagt Maria. – Und dieses Mal habe ich aus irgendeinem Grund abgenommen. Vielleicht, weil ich auf einen Anruf einer Freundin wartete, dachte ich, es sei sie, also nahm ich ab. Und da war ein Fremder, der mich begrüßte. Ich muss mich mit Ihnen treffen, um einige Fragen zu besprechen, die unsere Kinder betreffen.

Maria ist die Mutter eines erwachsenen Sohnes. Der Junge ist dreißig und lebt schon seit langem mit seiner Freundin zusammen. Die beiden haben vor etwas mehr als sechs Jahren angefangen zusammenzuleben. Die jungen Leute arbeiten und mieten eine Wohnung. Maria kennt die Freundin ihres Sohnes, pflegt aber keine enge Beziehung zu ihr.

Anfangs versuchte sie, sich mit ihr anzufreunden: Sie lud die jungen Leute zu sich ein und gab ihnen Leckereien. Mit der Zeit merkte sie jedoch, dass das Mädchen keinen Nutzen davon hatte, und hörte auf, dies zu tun. Junge Leute leben ihr Leben, sie haben ihre Arbeit, treffen ihre Freunde, reisen, und Maria hat ihr eigenes Leben, das nicht weniger ausgefüllt ist als das ihres Sohnes und dessen Freundin. Mutter und Sohn telefonieren nicht öfter als einmal im Monat.

– Ich habe nicht sofort verstanden, von welchen Kindern wir sprechen. – Maria erzählt. – Ich habe der Frau gesagt, dass sie mir die falsche Nummer gegeben hat. Und sie sagte mir, dass das kein Fehler sei, denn Adam – das ist Ihr Sohn. Erst nach diesen Worten wurde mir klar, dass es die Freundin ihres Sohnes war, und höchstwahrscheinlich ruft die Mutter an.

Maria fragte sofort, welche Art von Fragen der Fremde mit ihr besprechen wollte.

– Sehen Sie nicht, wie die Lage ist”, sagte sie, “Emily erwartet ein Baby! Ich denke, in dieser Situation muss etwas unternommen werden. Wissen Sie, ob Ihr Sohn seine Beziehung zu meiner Tochter legalisieren wird?

Aber Maria wusste nichts von der Tatsache, dass die Verlobte ihres Sohnes schwanger war. Sie wusste nichts davon, genauso wenig wie sie von den Plänen ihres Sohnes wusste. Sie und ihr Sohn hatten vor etwa einem Jahr darüber gesprochen. Adam hatte seiner Mutter damals klar gemacht, dass er nicht die Absicht hatte, zu heiraten.

– Ich bin dagegen, dass mein Pass mit Briefmarken beschmiert wird! – sagte er seiner Mutter. – Bis zum Alter von vierzig Jahren und warte nicht.
– Und wenn deine Verlobte schwanger wird, was wirst du dann tun? – fragte die Mutter meines Sohnes.
– Wir sind nicht klein und wissen, wie wir uns schützen können! – antwortete der Sohn. – Ein Kind zu bekommen, gehört im Moment nicht zu unseren Plänen. Zuerst müssen wir das Wohnungsproblem lösen.
– Weiß Emily über deine Gedanken Bescheid? – Die Mutter stellte Adam eine Frage.
– Natürlich weiß sie es! – lächelte mein Sohn.

Jetzt stellt sich heraus, dass Emily schwanger ist. Laut Emilys Mutter ist ihre Tochter völlig erschöpft, sie weint rund um die Uhr, weil Adam sich immer noch weigert, ihr einen Antrag zu machen.

Ihre Mutter bat darum, mit Adam zu sprechen, denn sie haben praktisch ein Kind und müssen dringend etwas entscheiden, und deshalb sollten sie sich zusammensetzen und eine Familie gründen, wenn schon nicht aus Liebe, dann wenigstens um des zukünftigen Kindes willen.

Und Adam und Emily sehen toll zusammen aus. Sie leben gut zusammen, es gibt keine Streitereien, keine Skandale, keinen Showdown zwischen ihnen.

– Was denkt Adam darüber?
– Er hat mir im Prinzip nichts gesagt! – antwortete die Mutter. – Ich habe nicht einmal mit ihm darüber gesprochen.
– Mein Sohn weiß also nicht, dass Sie seine zukünftige Schwiegermutter angerufen haben?
– Erstens ist diese Frau für meinen Sohn eine Unbekannte. Und zweitens – ich habe wirklich nichts zu meinem Sohn gesagt. Das habe ich gesagt, dass uns das nichts angeht. Die jungen Leute entscheiden selbst, was sie tun sollen.
– Und was hat sie zu Ihnen gesagt?
– Ich glaube nicht, dass das die Reaktion ist, die sie sich erhofft hat. Ich glaube, sie hat gehofft, dass ich mit meinem Sohn schimpfe und darauf bestehe, dass er Emily heiratet.

Wenn man die Situation aus der Sicht von Emily und ihrer Mutter betrachtet, scheint es, dass Maria einen völlig verantwortungslosen Sohn großgezogen hat. Schließlich ist seine Mutter schuld, weil sie ihn nicht zu verantwortungsbewusstem Handeln erzogen hat, und so versteckt er sich vor allen Schwierigkeiten.

Wäre Maria eine normale Mutter, hätte sie die Einstellung ihres Sohnes zu dieser Situation geäußert, denn es geht ja auch um ihren Enkel? Und vielleicht hat Maria recht, dass sie das nichts angeht. Und was denken Sie?

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