– Was bedeutet es, zu heiraten, aber wer wird den Kredit an Ihrer Stelle bezahlen?

– Tochter, das war’s, ich habe beschlossen, dass ich dich verlasse, – sagte Tochter Elena ein wenig besorgt, aber ganz fest. Marina war eine weißgewaschene Frau, wie man so schön sagt, und schaute ihre Mutter mit unverhohlener Verwunderung an:

– Und wo werden wir gewaschen? Ist es nicht, um jemanden zu besuchen?
– Nein, ich habe beschlossen, für immer zu gehen.
– Was, zu Alinka? Wer wartet dort auf dich? Sie kommen selbst kaum über die Runden. Und hier wirst du ihnen im Nacken sitzen.

– Andrej Michailowitsch hat mir ein Angebot gemacht, – gestand die Frau.
– Ach, du hast es dir in den Kopf gesetzt! – knurrte Marina wütend, – sie wollte heiraten?! Und wer wird an deiner Stelle den Kredit abzahlen? Du wirst gehen und deine Rente mitnehmen.
– Also brauche ich auch etwas zum Leben.
– Sehen Sie sich das an. Das Leben ihrer eigenen Tochter liegt in Trümmern, und das ist ihr egal?! Sie hat Liebe!
– Marina, nach dem Tod deines Vaters zahle ich den fünften Kredit für dich ab, und das reicht dir nicht?

– Ich habe das Geld für deine Enkelkinder ausgegeben. Dein Schwiegersohn arbeitet als Hilfsarbeiter. Glaubst du, er hat dort Honig?
– Du bist besessen vom Geld. Du denkst Tag und Nacht darüber nach. Du redest immer nur über Geld.
– Was ist falsch an deinem Leben? Alles, was du tust, ist schlafen und essen.
– Was für ein Leben ist das? Als ich bei dir einzog, dachte ich, ich würde auf meine Enkelkinder aufpassen, aber ich sehe sie überhaupt nicht. Nach der Geburt hast du sofort ein Kindermädchen eingestellt, und du hast mir gesagt, ich sei doch alt. Dann sind sie in den Kindergarten gegangen, und dann sind sie in die Schule gegangen. Sie grüßen mich nicht einmal. Oh, du wirfst mir das Brot vor, danke!

– Und wie wirst du sie sehen, wenn sie auf eine englische Schule gehen? Weißt du, wie viel das alles kostet? Und du musst auch für Schulbücher, Kleidung, Schuluniform bezahlen! Und die Tutoren und ihre Abteilungen? Weißt du, wie viel das alles kostet? Dort studieren nur die Kinder der Chefs. Ich musste so viel bezahlen, nur damit sie dorthin kommen…

– Wegen dieser Schule sprechen die Kinder nicht einmal mehr Russisch.
– Immerhin können sie besser Englisch als jeder Engländer. Wenn sie mit der Schule fertig sind, bringe ich sie auf das Institut für internationale Beziehungen. Sie werden im Ausland leben!
– Was, Russland passt dir nicht mehr?
– Wer braucht das schon?
– Deinetwegen lebe ich schlimmer als in einem Gefängnis. Du fütterst mich sogar stundenweise.
– Mama, du musst sparen, jeder Pfennig zählt.

– Oh, du bist so großzügig, zwei Teebeutel pro Tag. Solange es draußen nicht dunkel ist, lässt du mich kein Licht anmachen. Und um zehn Uhr wird das Licht ausgemacht. Du lässt mich nicht mal den Kessel anheizen. Glaubst du, ich genieße dieses Leben? Und wenn der Frühling kommt, schickst du mich auf die Datscha, und ich lebe dort allein bis zum Frost. Du zählst jede Gurke und jede Tomate. Du bist immer auf dem Markt. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich jemals neue Kleider gekauft habe. So ein Leben ist schlimmer als Schwerstarbeit.
– Du bist nicht dumm und hast einen Bräutigam ohne Kleider gefunden, – sagte Marina wütend. – Einfach so, ohne sich zu schämen, gehst du zum Mann einer anderen. Wann hast du dich das letzte Mal im Spiegel angeschaut? Als Braut?

– Andrej Michailowitsch liebt mich, wie ich bin.
– Mutter, laß uns mit der Heirat warten. Zahle den Kredit zurück und geh deiner Wege. Als Frau verstehe ich dich sehr gut.
– Nein, Marina, ich habe schon gepackt und einen Koffer vor die Tür gestellt. Ich treffe Andrej Michailowitsch schon am Eingang.
– Du kannst mich mal, – rief sie ihrer Mutter wütend hinterher, – wenn sich meine Mutter in der schwierigsten Zeit abwendet, auf wen kannst du dich dann verlassen?
– Auf einen Mann in seinen eigenen Schuhen! Wenn du aufhörst, über deinen Kopf zu springen, dann wird das Leben leichter sein. Du hast die Kinder erschöpft. Deine Tochter weint im Schlaf. Wenn mein Schwiegersohn zurückkommt, grüßen Sie ihn von mir. Ich gehe jetzt.

Elena nahm den Koffer und ging zur Haustür. Marina warf ihre Mutter hinter sich:
– Ich hoffe, dass meine nichts mitgenommen hat?
– Wenn du musst, dann schau nach, – sagte ihre Mutter und ging zur Tür hinaus. Marina lief zum Fenster und bemerkte einen Mann, der ihren Koffer aufhob, und sie gingen gemeinsam den Bürgersteig entlang. Dann verschwanden sie um eine Ecke, und ihre Tochter sah ihre Mutter an und schluchzte. Marina schluchzte jedoch nicht um ihre Mutter, sondern weil sie nicht wusste, woher sie das Geld für die nächste Rate nehmen sollte. Sie wollte nicht an das Versteck gehen, denn es war Geld, das sie für die College-Ausbildung ihres Sohnes sparte. Wahrscheinlich würde sie ihre Rente jetzt an Alinka geben. Immerhin konnte sie ihrer Schwester jeden Cent ihrer Rente geben. Jetzt ist er ein Mann, er wird sich schon irgendwie durchbringen! In zwei Tagen ist Zahltag, und der Ehemann wird das Geld nicht so schnell überweisen! Dann müssen wir unsere geben…

 

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