Nicht meine Schwiegermutter, aber eine echte Wundertäterin!

– Sie ist mir auf den Kopf gefallen! Ich muss ihr auch ein Zimmer geben,- Melissa konnte sich nicht beruhigen.

Die anderen leben mit ihren Enkeln, und sie verlangte ein eigenes Schlafzimmer! Sie wollte weder kochen noch putzen. Sie war ja auch nicht die Herrin des Hauses. Sie strickte den ganzen Tag Socken und schaute Seifenopern. Sie verhätschelte ihre Enkelin nicht und schenkte ihr keine Aufmerksamkeit. Sie konnte ihr höchstens die Haare bürsten.

Bald lernte sie eine Nachbarin kennen, die einen 5-jährigen Enkel hatte. So begannen sie, gemeinsam im Wald und im Park spazieren zu gehen. Sie nahmen ein Plaid und einen Snack mit und atmeten die frische Luft. Die Enkelkinder begleiteten sie. Sie rannten im Gras, bauten Hütten aus Stöcken und pflückten Beeren. Großmütter waren keine Last – sie spielten selbst. Sie nahmen nicht die Kinder anderer Leute mit, sie hatten Angst vor der Verantwortung.

– Nimm deine Großmutter und lass uns zusammen gehen! – sagten sie immer wieder.

Aber die anderen Großmütter hatten genug zu tun. Sie kochten, putzten, fuhren zur Hütte – sie hatten keine Zeit, auf der Lichtung zu sitzen.

Bald hatte sich Melissa an alles gewöhnt. Obwohl ihre Schwiegermutter nicht im Haushalt half, kümmerte sie sich um ihre Enkelin. Ihre Tochter wuchs friedlich auf, denn sie brauchte keine Aufmerksamkeit. Das Mädchen war dick, gepflegt, kannte viele Märchen und konnte sich schön ausdrücken. Und die Bindung zu ihrer Großmutter war sehr stark. Das Zimmer ihrer Schwiegermutter war absolut sauber, was sie auch ihrer Enkelin beibrachte. Sie sagte ihr, wie wichtig es sei, ihre Kleider zu waschen, ihr Haar zu kämmen und ihr Gesicht zu waschen.

– Auch das Haus mag Sauberkeit. Schubladen sind wie Taschen. Immer alles an seinem Platz. Und der Boden muss auch sauber sein. Wenn man eine Verpackung wirft, wird er nervös. Ein Stück Papier kitzelt ihn, aber keine Hände zum Kratzen, – zwitscherte die Oma.
– Oma, spürt der Boden etwas? Und die Couch? Stören wir ihn auch? – Erstaunte kleine Enkelin.
– Nein, die Couch hat eine Aufgabe – sie soll unseren Schlaf bewachen. Jeder hat seine eigene Aufgabe. Ich, deine Eltern, du. Und jedes Ding hat einen Zweck.

Melissa hat sich immer über ihre Schwiegermutter gewundert. Es war, als ob sie nichts tun würde, aber es war einfacher, mit ihr zu leben. Und alle Nachbarn behandelten die alte Frau mit Respekt und fragten sie um Rat. Eines Tages kam Melissa früh von der Arbeit nach Hause und hörte, wie sich die alten Damen im Hof über ihre Schwiegertöchter unterhielten.

– Ich habe eine gute Schwiegertochter. Sie macht alles im Haus selbst, macht mir keine Vorwürfe und erhebt nicht ihre Stimme. Sie bringt auch Geld ins Haus. Mein Sohn ist ein Glückspilz. Ich bin froh, dass Gott ihm eine solche Frau geschickt hat”, sagte Melissas Schwiegermutter.

Melissa errötete. Entweder vor Glück oder aus Verlegenheit. Vor der Ankunft ihrer Schwiegermutter hatten sie und ihr Mann viel gestritten, aber hier war sie idyllisch. Es stellte sich heraus, dass ihre Verwandte Frieden und Glück in ihr Haus brachte. Meine Schwiegermutter lobte alle und provozierte nie Konflikte, und alles klappte gut. Und ihre Tochter wuchs klug auf. Meine Eltern hätten sie aus Zeitmangel nicht so erziehen können. Und jetzt liest und schreibt sie und respektiert die Älteren.

– Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich die beste Schwiegermutter der Welt habe. Nicht Schwiegermutter, sondern eine echte Wundertäterin. Ich möchte gar nicht daran denken, wie wir gelebt hätten, wenn sie nicht bei uns eingezogen wäre”, lächelt Melissa.

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