Hallo. Mein Name ist Adam. Ich glaube, ich bin dein Sohn.

Sie ist vor kurzem 18 geworden. Auf der Arbeit sagte man ihr, dass es ihr wegen einer Kleinigkeit nicht gut ginge und warf sie kurzerhand raus. So kam sie an diesem Tag früher als sonst nach Hause und fand ihren jungen Mann mit einem Mädchen, das sie nicht kannte, in ihrem Bett. Am Abend deutete ihre Mutter an, dass sie sie eigentlich nicht im Haus haben wollte, weil Nathan das Leben ohne Kinder genießen wollte. Und am nächsten Morgen zeigte auch der Test zwei helle Streifen, die keinen Zweifel zuließen.

Die ganzen neun Monate vergingen wie im Flug, wie in einem trüben Augenblick. Sie musste bei verschiedenen Bekannten unterkommen, in der U-Bahn und auf Bahnhöfen schlafen. Sie nahm jeden Teilzeitjob an, den sie finden konnte. Der Winter war der härteste. Einmal musste sie sogar vor der Kirche betteln.

Das Baby wurde in der Nacht des 13. Dezember geboren. Der Junge wurde sehr schön geboren. Er war so warm und schläfrig und strahlte vor Glück. Ich schrieb einen Zettel: “Sohn, ich liebe dich und wünsche dir, dass du eine liebevolle Familie findest!” Sie legte ihn neben das Bettchen mit dem Baby und lief davon.

In der Hauptstadt bereiteten sich alle auf das neue Jahr vor: Girlanden und Schneeflocken schmückten überall die Schaufenster der Geschäfte und Wohnungen. Das Klingeln der Glocken war an jeder Ecke zu hören. Julia stieg aus ihrem Auto aus, der Schlüsselanhänger piepte. Der rote, elegante Wagen stand einsam und majestätisch auf dem leeren Parkplatz. Wieder war sie die Erste, die ankam.

Der Sicherheitsbeamte beeilte sich, ihr die Türen zu öffnen. Julia nickte dem Mann höflich zu, tippte mit ihren klappernden Absätzen auf den menschenleeren Flur, betrat ihr Büro, setzte sich vor ihren Computer, nahm ihre Unterlagen heraus und blätterte automatisch ein weiteres Blatt des Tischkalenders um. Der Dreizehnte. Vor ein paar Jahren wäre sie vielleicht in Tränen ausgebrochen, aber jetzt ballte sie nur die Fäuste.

– Julia a, Kaffee, wie Sie gewünscht haben! – Die Sekretärin kam mit Kaffee herein, wie sie es um neun Uhr morgens tun sollte.
– Du hast heute einen Besucher, aber er hat darum gebeten, dich ohne Termin zu sehen. Er sagte, er habe eine sehr wichtige und dringende Angelegenheit. Werden Sie ihn empfangen?

Julia betrachtete ihr Spiegelbild, richtete ihr Haar und sagte, ich solle sie anrufen.
– Ja, ruf mich an, solange ich noch Zeit habe.

Ein junger Mann von zwanzig Jahren betrat das Büro. Er zögerte am Eingang, schaute die Frau aufmerksam an, kam zaghaft näher und blieb stehen.
– Guten Morgen, – sprach Julia zuerst. – Wie kann ich Ihnen helfen?
– Guten Tag, Julia. Ich bin… Mein Name ist Adam. Ich glaube, ich könnte Ihr Sohn sein.

Julia hörte sogar auf zu atmen. Er dachte, sie würde sich nicht darüber freuen, und begann, es ihr zu sagen:
– Ich bin mir nicht ganz sicher. Ich wurde am 13. Dezember geboren. Meine Eltern sagten mir, dass meine leibliche Mutter achtzehn Jahre alt war und Julia hieß. Und außerdem… das haben sie aufgehoben. Er wurde nervös und griff in seine Tasche. Einen Moment lang sah die Frau einen alten Zettel vor sich, auf dem in ihrer Handschrift ein Wunsch an ihren Sohn geschrieben stand. Welchen Zweifel gab es? Sie brach in Tränen aus. In all den Jahren war kein Tag vergangen, an dem Julia nicht an ihren kleinen Jungen gedacht hatte. Oft stellte sie sich vor, wie er aufgewachsen war.

Durch ihre Tränen hindurch versuchte sie, einen so reifen und hübschen Jungen zu betrachten. Aber sie sah ihn als ein Baby, von dem sie sich vor neunzehn Jahren verabschieden musste. Julia starrte in seine Augen und Gesichtszüge und bemerkte die Ähnlichkeit. Sie erkannte ihn. Julia spürte endlich den ganz eigenen Duft des Glücks, den sie einst verloren hatte.

 

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