– Gott vergebe ihm. Mein Sohn… Mein kleines Blut… Ich habe ihn hier gelassen…

Die Fahrgäste kamen und gingen. Sie suchten nach ihren Zügen und wuselten herum. Nur sie saß und bewegte sich nicht. Die alte Frau in Schwarz schien nicht einmal zu atmen. Neben ihr lag ein Bündel, aus dem eine Ikone und ein Ersatztaschentuch hervorlugten. “Für den Tod”, muss sie sich vorbereitet haben.

Der Bahnhof war leer. Es gab nur wenige Menschen. Sie legten sich zur Ruhe und versteckten ihre Koffer vor unfreundlichen Passanten. Und sie rührte sich immer noch nicht. Von Zeit zu Zeit erschauderte sie mit einem inneren Schrei, seufzte schwer und betete weiter.

Sie wandte sich an niemanden um Hilfe. Sie kapselte sich in ihrer Welt ab, als ob sie auf etwas wartete. Manchmal spähte sie zur Haustür und versuchte, dort eine vertraute Silhouette zu erkennen. Aber es war niemand da.

Es war Morgen. Die alte Frau hatte die ganze Nacht nicht ein einziges Mal geschlafen. Offenbar hielten ihre Gedanken sie wach. Sie saß geduldig in ihrer Ecke und starrte auf einen Punkt.

Nur wenige Stunden später betrat eine junge Frau mit zwei kleinen Kindern den Warteraum. Sie setzten sich neben die alte Frau und begannen zu essen. Die Kinder starrten die Großmutter an und versuchten, sie in ein Spiel zu verwickeln. Eines der Kinder streichelte ihr sogar den Kopf. Die alte Frau lächelte und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Sie streichelte dem Baby den Rücken und wischte sich die schmutzige Nase.

Die junge Frau bemerkte dies, reichte ihr eine gekochte Kartoffel und sagte:
– Auf wen wartest du?
– Auf niemanden, Tochter, – antwortete die Frau und seufzte schwer.

Der Fahrgast merkte, dass hier etwas nicht stimmte, und begann, die alte Frau zu befragen. Die Kinder umringten die Großmutter, und ihre Mutter schluckte jedes Wort ihrer neuen Bekannten. Als die alte Frau zu sprechen wagte, schüttete sie den Schmerz aus sich heraus:

– Gott vergebe ihm. Mein Sohn… Mein kleines Blut… Ich habe ihn hier gelassen… Ich habe ihn getäuscht… Sei ihm gnädig, Gott. Es ist nicht seine Schuld.

Die junge Mutter hörte auf die alte Frau und lief zur Kasse. Die Leute stellten sich an, damit sie eine Fahrkarte für die verlassene Großmutter kaufen konnte.

– Du bist meine Mutter und ich bin deine Tochter. Wir werden jetzt zusammen leben, ich habe niemanden mehr, – sagte das Mädchen.

Der Bahnhof hat viele Begegnungen und Abschiede erlebt. Zweifeln Sie nicht an der Wahrhaftigkeit der Geschichte, denn ich selbst habe die Wiedervereinigung dieser Familie beobachtet.

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